Dienstleistungen

10 Regeln f├╝r ein erfolgreiches Projekt

(Aus der Nachbearbeitung unseres Buches "Projektmanagement und Probleme", Sascha Wingen & Ricarda Wildf├Ârster, Carl-Auer Systeme Verlag, entstanden diese 10 Projektregeln. Quelle)

 

Was zeichnet gute Projektarbeit aus? Welche Fallen drohen im Prozess - und wie wird man ihrer Herr? Welche Muster f├╝r Erfolg oder Scheitern gibt es? Wie lassen sich diese Muster systematisieren? Und was l├Ąsst sich daraus f├╝r die praktische Ausgestaltung von Projekten lernen?

Regel 1: Mach nur ein Projekt, wenn du wirklich eins brauchst.

Wer die Arbeitsform w├Ąhlt, weil sie gerade angeblich in ist, wer damit aufm├╝pfige Mitarbeiter sedieren will, wer Projektarbeit installiert, obwohl die gleiche Aufgabe bequem auch durch die Linie erf├╝llt werden k├Ânnte - der schaufelt der Gruppe noch vor dem kick off das Massengrab.

Regel 2: Such dir die richtigen Mitstreiter.

Rund 45 % aller Schwierigkeiten in Projekten, so ein Ergebnis der Bochumer Studie, wurden von Personen verursacht. Kompetenzdefizite, unterschiedliche Wertehaltungen und Arbeitsstile k├Ânnen ein Projekt in Stunden filetieren. Deshalb bei der Gruppenzusammensetzung neben dem K├Ânnen auch auf die Chemie der Teilnehmer achten. Eine Projektgruppe, die Passung hat, verplempert weniger Zeit mit Hahnenk├Ąmpfen und Imponiergehabe. Und schafft mehr weg.

Regel 3: Vergiss das eine Rezept.

Es gibt kein Patentrezept daf├╝r, wie man eine Projektarbeit erfolgreich leitet. Denn daf├╝r gibt es zu viele Variablen, die das System immer wieder durchr├╝tteln: Seien es die W├╝nsche der Gesch├Ąftsleitung, Motive der Projektteilnehmer, die pers├Ânliche Disposition der Gruppenmitglieder oder ein unkalkulierbarer Eingriff von au├čen. Deshalb gilt die Forderung an den Projektmanager: Viele Werkzeuge souver├Ąn beherrschen und nach Bedarf einsetzen.

Regel 4: Sprich die Sprache der Gruppe.

Wer eine Gruppe moderiert, muss f├Ąhig und willens sein, das Vokabular dieser Projektgruppe anzuerkennen. Nur so kann er Kooperationsprobleme vermeiden. Dazu geh├Ârt die F├Ąhigkeit, sich auf die Gruppenmitglieder einzulassen; ihnen zuzuh├Âren. Und ihren Ansatz zuzulassen. Schlie├člich sind sie die Fachexperten! Was noch lange nichts mit Konsensminimalismus zu tun hat.

 

Regel 5: St├╝rz dich stets in ein Projekt, als ginge es um dein Leben - und schaffe so Einigkeit.

Wer halbherzig anf├Ąngt hat das Spiel schon verloren: "Man k├Ânnte mal, man m├╝sste mal" sind klassische Loser-Vokabeln. Wer erfolgreich sein will, schw├Ârt die Gruppe auf einen Auftrag ein, dessen Wichtigkeit jedem Mitglied Herzenssache ist. Dazu muss jeder wissen, warum er hier sitzt. Was er tun soll. Und was das Ziel seiner Arbeit sein soll. Sonst untergraben unterschiedliche Arbeits- und Denkstile, unterschiedliche Interessen und Erwartungen den Konsens ├╝ber das Projekt, bevor es ├╝berhaupt warm laufen kann.

Regel 6: Habe den Boss immer hinter dir.

Projekte verl├Ąppern sich, brechen zusammen oder bleiben folgenlos, wenn die gute Idee vergessen hat, sich mit der Macht zu verb├╝nden. Wer etwas ver├Ąndern will braucht die Unterst├╝tzung von Gesch├Ąftsf├╝hrung, Vorstand, Aufsichtsrat. Deshalb gilt auch hier die Olympiade der kurzen Wege. Ohne Kommunikation nach oben genauso wie in die Organisation hinein wird das Projekt zum Wolkenkuckucksheim. Wirksamkeit: Gleich null.

Regel 7: Kommuniziere wie Billy Graham.

Es ist schwer, andere zu verstehen. Deshalb klopfe von Anbeginn des Projektes die Eckfahnen ein: Jeder Teilnehmer muss wissen, was die Grunds├Ątze der Arbeit sind. Und dazu ist jenes Vorgehen hilfreich, das der amerikanische Massen-Evangelisator Billy Graham entwickelte, bekannt geworden als das "Maschinengewehr Gottes". Sein Rezept: "Erst stelle ich mich vor die Leute hin und sage, was ich ihnen sagen werde. Dann sage ich ihnen, was ich ihnen zu sagen habe. Und dann sage ich ihnen, was ich ihnen gesagt habe!" Wer das nicht schafft, schreibt irgendwann solche S├Ątze in seinen Bericht wie: "Es ist uns nicht gelungen, eine Arbeitsbeziehung herzustellen. Und wir haben auch die Prognose, dass wir sie nicht herstellen k├Ânnen".

Regel 8: Mache die hidden agenda ├Âffentlich.

Unausgesprochene Angst in Unternehmen hat schon manches Projekt in die Gr├╝tze geritten. Beispiel Weiterbildung: In einem Projekt weigerten sich Mitarbeiter pl├Âtzlich, sich - wie beschlossen - weiter zu qualifizieren. Der O-Ton beschreibt den Grund: "Wenn die Leute unsicher sind, bewegt sich keiner von seinem Arbeitsplatz. Denn der Stuhl k├Ânnte ja weg sein, wenn er von der Weiterbildung zur├╝ckkommt." Der Projektmanager muss solche Motivationsfallen erkennen, aufsp├╝ren und beseitigen - indem er sie zum Thema macht.

Regel 9: Schraub die M├╝hlsteine ab.

Jene M├╝hlsteine n├Ąmlich, die durch latente Konflikte auf der F├╝hrungsebene jedes noch so Erfolg versprechende Projekt zu Asche zermahlen. Dies zeigt sich zum Beispiel in unterschwelligem Konkurrenzdenken, das die Projektarbeit torpediert. O-Ton eines Berichtes, der eine L├Ąhmung beschreibt: "Letztlich sind das unausgetragene Machtspiele zwischen den L├Ąnderchefs." Entweder h├Ąlt man die Streithammel raus - oder verabschiedet sich aus der Aufgabe: Und Tsch├╝ss.

Regel 10: Sichere die Nachschublinien.

Sonst geht es der Projektgruppe wie weiland der "Campagne in Frankreich" w├Ąhrend der Revolutionskriege, die Goethe anschaulich beschrieb. Die Truppe blieb im Morast stecken, weil sie nichts mehr zu bei├čen hatte. Jedes Projekt braucht Ressourcen - an Menschen, an Zeit, an Raum, an Technik, an Geld, an Kaffee und Keksen und an Aufmerksamkeit und R├╝ckmeldung. Die m├╝ssen vor Beginn der Arbeit festgeklopft sein - wer nachverhandelt, verliert oft.

M├Âchten Sie ein Exemplar?